{"id":3195,"date":"2024-05-25T13:56:20","date_gmt":"2024-05-25T13:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/?page_id=3195"},"modified":"2024-05-25T14:08:47","modified_gmt":"2024-05-25T14:08:47","slug":"3195-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/3195-2\/","title":{"rendered":"\u00bbin an agony of\u00ab \u2013 von den Agonien \u00fcbersetzerischer Fortbildung (1)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:24px\">Wie sieht eigentlich die Fortbildung eines \u00dcbersetzers aus? Vom ersten Augenblick an, in dem mir vor nunmehr viel zu vielen Jahren \u00fcber meinem Edgar Allan Poe der Gedanke kam, \u00dcbersetzen sei der Beruf f\u00fcr mich, habe ich mich gefragt, wie man das wohl lernen k\u00f6nnte. Und als ich das professionell zu betreiben begann, wurde daraus die Frage, wie man etwas dazulernen, wie man sich wohl sinnvoll fortbilden k\u00f6nnte. Ich spreche hier nicht von hochgestochenen \u00dcbersetzungstheorien, die mit dem Berufsalltag herzlich wenig zu tun haben, weil sie einen bei der konkreten Arbeit am Satz im Stich lassen. Sicher, es gibt W\u00f6rterb\u00fccher, Idiomatiken, zum Teil recht gute Anleitungen. Aber sie alle helfen einem nur bis zu einem gewissen Punkt, und das ist der, in dem aus den Teilen, die man zusammengetragen hat, ein ordentlicher Satz werden soll. Es gibt da eine \u2013 zugegeben einigerma\u00dfen beschwerliche, aber gerade f\u00fcr den Fortgeschrittenen ausgesprochen lohnende \u2013 Methode, die ich Ihnen hier vorstellen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:1.7rem\">Ich sammle \u00dcbersetzungen, will sagen, das Buch in der Ausgangssprache, in meinem Fall das Englische, und seine deutsche \u00dcbersetzung. Seit den 1970er-Jahren habe ich einige Tausend solcher \u00bbP\u00e4rchen\u00ab zusammengetragen. Und die habe ich mir vorgenommen, mehr oder weniger systematisch: hier und da einen Absatz, das l\u00e4ppert sich zusammen. Vorausgesetzt freilich, man systematisiert die Fundsachen. Dazu brauchte es nat\u00fcrlich einen Zettelkasten, der selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4ngst diversen Datenbanken Platz gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was steht in den \u00dcbersetzungen anderer? Wie sind Kollegen bestimmte Probleme angegangen? Namhafte Kollegen, weniger namhafte. Im Prinzip spielt Letzteres gar keine so gro\u00dfe Rolle, interessant ist die Vielzahl der L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte Probleme, die sich so zusammentragen lassen. Und so wie dem namhaften Kollegen hier und da ein Fehler unterl\u00e4uft, so hat der weniger namhafte hier und da eine erstaunlich effektive Idee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen Sie mich das an einer Wendung demonstrieren, die Ihnen wom\u00f6glich auch bereits des \u00d6fteren untergekommen ist und wom\u00f6glich einiges Kopfzerbrechen bereitet hat: \u00bbin an agony of\u00ab. Sie werden staunen, was dabei im Lauf der Jahre so zusammengekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und lassen Sie mich die simpelsten L\u00f6sungen gleich vorwegnehmen. Vor allem die eine, die f\u00fcr mich als \u00dcbersetzer noch nie in Frage gekommen ist. Das Problem einfach zu ignorieren und die Wendung wegzulassen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u203aWhat are you standing there for?\u2039 screamed Big Brother at length, looking up in an agony of petulance. He struck sharply at the boy\u2019s shin with a heavy wrench he held in his hand, \u2026 ##Thomas Wolfe, Look Homeward, Angel. 1929.))##<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u203aWas stehst du da rum?\u2039 heulte der gro\u00dfe Bruder auf und schlug den Kleinen mit einem schweren Schraubenschl\u00fcssel aufs Schienbein. ##Wolfe, Schau Heimw\u00e4rts, Engel. \u00dcbersetzung: Hans Schiebelhuth.##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exkurs: An diesem Beispiel sehen Sie auch sofort, dass diese Art der Fortbildung \u2013 zu sehen, was andere gemacht haben \u2013 auch in manch anderer Hinsicht Interessantes rund ums \u00dcbersetzen zutage f\u00f6rdert. Die \u00dcbersetzung, aus der das obige Zitat stammt, wurde n\u00e4mlich von Hans Schiebelhuth besorgt, einem deutschen Expressionisten, \u00fcber den Wikipedia folgendes zu berichten wei\u00df:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner kongenialen \u00dcbersetzung der Romane Schau heimw\u00e4rts, Engel! und Vom Tod zum Morgen von Thomas Wolfe wurde Schiebelhuth so bekannt, dass dar\u00fcber sein eigenst\u00e4ndiges dichterisches Werk vielfach unbeachtet blieb.\u00ab<sup><a href=\"#footnote_1_3195\" id=\"identifier_1_3195\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Wikipedia.\">1<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr interessant, wie ich finde. Und sofort dr\u00e4ngt sich einem die Frage auf: Ist diese \u00bbKongenialit\u00e4t\u00ab nun nachahmenswert? Definitiv ist sie das Gegenteil der bis zum Sonderschuldeutsch w\u00f6rtlichen \u00dcbersetzung, wie sie heute im Stechschritt auf dem Vormarsch ist.<sup><a href=\"#footnote_2_3195\" id=\"identifier_2_3195\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"&hellip; und all die Arbeit, die ich mir hier mache, zur traurigen Sinnlosigkeit verdammt.\">2<\/a><\/sup> Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich argumentieren, dass heulen ein Element von \u00bbagony\u00ab mitbringt, aber dann fehlt immer noch \u00bbpetulance\u00ab. So k\u00f6nnte \u00bb\u2026. heulte er gereizt \u2026 \u00ab durchaus funktionieren. Wie auch immer, weggelassen wird die Wendung immer wieder:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026 and in the extraordinary agony of the wound, he was now dashing among the revolving circles like the lone mounted desperado Arnold, at the battle of Saratoga, carrying dismay wherever he went. ##Herman Melville, Moby Dick; or the Whale. 1851.##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun fuhr er, Schrecken verbreitend, unter den anderen Walen umher wie der einsame Desperado Arnold mit seinem Pferd in der Schlacht von Saratoga.\u00ab ##Herman Melville, Moby Dick. 1951; dt. von Botho H. Elster.##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier lie\u00dfe sich einiges \u00fcber Methodik \u2013 eventuell auch Anspruch &amp; Realit\u00e4t sowie Beurteilung \u2013 des \u00dcbersetzens lernen, w\u00fcrde man die Gr\u00fcnde analysieren, aus denen die beiden Kollegen auf die Wendung verzichtet haben. Es kann so etwas durchaus im Konzept einer \u00dcbersetzung angelegt sein. Dazu m\u00fcssten wir uns allerdings gr\u00f6\u00dfere Brocken der beiden \u00dcbersetzungen ansehen, was hier nicht Sinn der Sache sein soll. Aber Sie sehen, wie man bei dieser Methode der Weiterbildung auf die verschiedensten Aspekte konkreten \u00dcbersetzens kommt. Warum macht der \u00dcbersetzer dies und jenes. Ich sollte hier vielleicht darauf hinweisen, dass es hier nicht um \u00bbKl\u00f6pse\u00ab oder schieres Unverm\u00f6gen gehen soll. Nicht dass meine \u00bbagony\u00ab-Sammlung nicht auch schlichten Unfug enth\u00e4lt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"blockquote { border: none; } wp-block-paragraph\">An agony of pity and fear for Walter loosened my tongue, and I implored him to escape. ##Wilkie Collins, The Woman in White##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Todesangst des Mitleids f\u00fcr Walter l\u00f6ste meine Zunge, und ich flehte ihn an, zu entfliehen. ##Wilkie Collins, Die Frau in Wei\u00df##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist einiges durcheinandergeraten. Deshalb bietet sich gerade diese Fundstelle als Sprungbrett f\u00fcr unsere weiteren Betrachtungen an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im letzten Beispiel aus der Frau in Wei\u00df ist der \u00dcbersetzer einem falschen Freund aufgesessen. Was \u00fcbrigens gerade bei dieser Wendung bis auf den heutigen Tag auffallend oft vorkommt. Dass in all diesen F\u00e4llen der deutsche Satz schlicht keinen Sinn ergibt, scheint niemandem aufzufallen. \u00bbDie Todesangst des Mitleids\u00ab?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exkurs: Einer der gro\u00dfen Vorteile dieser Fortbildungsmethode besteht darin, dass man bei anderen die Fehler weit schneller zu sehen und einzusehen geneigt ist als bei sich selbst. Und gerade die blitzartige Erkenntnis \u00bbso nun wirklich nicht\u00ab hilft einem weiter wie kaum eine andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie auch immer, wir waren bei falschen Freunden. \u00bbAgony\u00ab h\u00f6rt sich an wie \u00bbAgonie\u00ab, also \u2013 so die irrige Annahme \u2013 muss auch der Angelsachse darunter verstehen, was der Deutsche unter dem Fremdwort \u00bbAgonie\u00ab versteht. Volksn\u00e4her ausgedr\u00fcckt, die L\u00f6sung f\u00e4llt in die Kategorie \u00bbnerviger W\u00f6rtlichkeit\u00ab, die sich bei n\u00e4herem Hinsehen als das genaue Gegenteil selbiger W\u00f6rtlichkeit, sprich als krasser Fehler entpuppt. Einfacher gesagt: Man darf selbst bei vermeintlich bekannten Fremdw\u00f6rtern den Blick ins zweisprachige W\u00f6rterbuch nicht einfach \u00fcbergehen und lediglich in den Fremdw\u00f6rterduden sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber zur\u00fcck zu unserer Wendung und dem obigen Beispiel aus der Frau in Wei\u00df. Der deutsche Fremdw\u00f6rter-Duden liefert f\u00fcr Agonie eben nur einen Bruchteil der Bedeutungen, die \u00bbagony\u00ab im Englischen hat:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Agonie<\/strong> &lt;gr.-lat.&gt; die; -, \u2026ien: a) (ohne Plural) Gesamtheit der vor dem Eintritt des klinischen Todes auftretenden typischen Erscheinungen, z. B. Facies hippocratica (Med.); b) Todeskampf. ##(c) Dudenverlag##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fcr den \u00dcbersetzer unentbehrliche <strong><em>Gro\u00dfe W\u00f6rterbuch der deutschen Sprach<\/em><\/strong>e engt das noch weiter ein:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Agonie<\/strong>, die; -, -n [kirchenlat. agonia &lt; griech. agon\u00eda = Kampf, auch: Angst] (bildungsspr., Med.): Todeskampf: in A. verfallen; in der A. liegen; \u00dc unsere einmalige Vergangenheit\u2026 Freiheit\u2026 Exil\u2026 A\u2026. Scheintod (Hilsenrath, Nazi 291); Das war die A. einer Armee (Plievier, Stalingrad 192); f\u00fcnfzehn Jahre nach dem Krieg lagen seine Opfer noch in endlosen -n (Sloterdijk, Kritik 792). ##\u00a9 2000 Dudenverlag<sup><a href=\"#footnote_3_3195\" id=\"identifier_3_3195\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Duden &ndash; Das gro&szlig;e W&ouml;rterbuch der deutschen Sprache##\n\n\n\n\nWobei f&uuml;r &raquo;an agony of fear&laquo; alleine die &raquo;Todesangst&laquo; durchaus die gegebene L&ouml;sung w&auml;re.\n\n\n\n\n&raquo;In spite of the agony of fear there was a note of triumph in India&rsquo;s voice.&laquo; ##Mitchell, Margaret, Gone With the Wind## \n\n\n\n\n\n &raquo;Trotz der Todesangst klang es wie Triumph in Indias Stimme.&laquo; ##Mitchell, Margaret, Vom Winde verweht. dt. von Martin Beheim-Schwarzbach##\n\n\n\n\nIm folgenden Fall allerdings scheint der Kollege auf den falschen Freund hereinzufallen und &raquo;agony&laquo; alleine schon f&uuml;r &raquo;Todesangst&laquo; zu halten. Er schiebt die &raquo;Furcht&laquo; deshalb &uuml;berfl&uuml;ssigerweise nach.\n\n\n\n\n\n\n\n\n&raquo;For it is beyond doubt he now recognised himself for lost, and had some taste of the cold agony of fear; or he had never attempted the foul stroke.&laquo; ##Robert Louis Stevenson, The Master of Ballantrae## \n\n\n\n&raquo;Denn es besteht kein Zweifel, da&szlig; er sich jetzt f&uuml;r verloren hielt und einen Vorgeschmack von Furcht und Todesangst empfand, sonst h&auml;tte er den faulen Hieb nie versucht.&laquo; ##Robert Louis Stevenson, Der Junker von Ballantrae##\n\n\n\n\nAber werfen wir doch erst einmal einen Blick in das eine oder andere zweisprachige W&ouml;rterbuch. Hier l&auml;sst sich eine Entwicklung feststellen, die dort beginnt, wo sie bei denen endet, die heute lediglich mit dem Fremdw&ouml;rter-Duden operieren. So finden sich bei Bailey &amp; Fahrenkr&uuml;ger in ihrem Englisch-Deutschen W&ouml;rterbuch von 1801 folgende Eintr&auml;ge:\n\n\n\n\nto Agonise &hellip; agoniser, mit dem Tode ringen, seelzagen.Agony &hellip; agonie, der Todeskampf, die Seelenangst. in the last Agonies, in letzten Z&uuml;gen\n\n\n\n\nIm Fl&uuml;gel von 1841 finden wir entsprechend:\n\n\n\n\nTo AGONIZE, v. I. n. den gr&ouml;&szlig;en Schmerz empfinden; II. a. mit gro&szlig;en Schmerzen behaften.AGONIZINGLY, adv. peinlichst.AGONY, s. 1. der Todeskampf; 2. der gr&ouml;&szlig;te Schmerz; die Seelenangst; in the last agonies, in letzten Z&uuml;gen.\n\n\n\n\nUnd der Eintrag von 1891 reflektiert schlie&szlig;lich den erstaunlichen Sprung, den dieses vorz&uuml;gliche W&ouml;rterbuch in diesen vierzig Jahren gemacht hat:\n\n\n\n\nTo Agonise, v. I. intr. (urspr. im Kampfspiel) k&auml;mpfen, dann mit dem Tode ringen, im Todeskampfe liegen; t&ouml;dtliche od. &auml;u&szlig;erst heftiger Schmerzen od. Pein empfinden, sich vor Schmerz winden; II. tr. mit gro&szlig;en Schmerzen plagen, qu&auml;len, martern, peinigen. &ndash; Agonising, 1. p.a. peinlich, schmerzlich; II. &ndash; ly, adv. (nach Todd [1818] erst neuerer zeit gebildet) auf die peinvollste Art, peinlichst.Agony, s. (vom grch. agonia, der [Wett]Kampf) 1) der &auml;u&szlig;erste mit k&ouml;rperlicher Anstrengung verbundene Schmerz, die ein Ringen od. krampfhaftes Winden des K&ouml;rpers verursachende Pein, Qual, bes. das Ringen zwischen Leben u. Tod, der Todeskampf; dying agonies, Todesqualen; in the last agonies, im Todeskampfe, in den letzten Z&uuml;gen; 2) fig. (mental &ndash;) die Seelenqual, Seelenangst, das Seelenleiden; 3) Theol. die Agonie, Kampf Christi mit dem Todesgedanken in Gethsemane (Matth. 26, 37, &amp;c.); &ndash; of love (Milt.), die Liebespein; in agonies of sorrow (Lady Mont. 113), im gr&ouml;&szlig;ten Seelenschmerz; a dreadful noise &hellip;, which did not fail to throw me into an &ndash; of consternation (Smoll. bei Str.), welches mich sofort in die furchtbarste Best&uuml;rzung versetzte; as the question he burst into an &ndash; of tears (Irv. Sk. 20), bei dieser Frage brach er in einen Strom der bittersten Thr&auml;nen aus (Kingsl. Two Years ago 2, 384: she burst into an &ndash; of tears un sonst oft); an of heat, an &ndash; of cold (Dick.), die peinlichste Hitze, K&auml;lte; agonies of laughter (Mrs. Oliph. Mortim 188), krampfhaftes Gel&auml;chter. ## Felix Fl&uuml;gel, U Universal English-German and German-English Dictionary, 4. ed. First Part: English and German Vol. I: A-K. Braunschweig: 1891.##\n\n\n\n\nHier sp&auml;testens finden wir die Werkzeuge, die vern&uuml;nftige Ans&auml;tze f&uuml;r die &Uuml;bersetzung von &raquo;in an agony of&laquo; bieten. In der Ausgabe von 1901 wird das Ganze etwas &uuml;bersichtlicher:\n\n\n\n\nto agonize, I. t. t&ouml;dlich qu&auml;len. II. i. Todesqual empfinden, sich qu&auml;len.agonizingly, adv. h&ouml;chst peinlich, qualvoll.agony, 1. der Todeskampf; der &auml;u&szlig;erste Schmerz, die Pein, Qual; in the last agonies, in den letzten Z&uuml;gen; 2. (mental ~y) die Seelenqual; * ~y of love, die Liebespein; ~ies of sorrow, gr&ouml;&szlig;ter Seelenschmerz; ~y of tears, Strom v. Thr&auml;nen; ~y of heat (cold), die f&uuml;rchterlichste Hitze (k&auml;lte).\n\n\n\n\n\nin an agony of indecision\/anticipation (fig.) in qualvoller Unentschlossenheit\/Erwartung ##Oxford\/Duden##\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nbe in an agony (oder in agonies) of doubt (remorse) von Zweifeln (Gewissensbissen) gequ&auml;lt werden ##Muret-Sanders##\n\n\n\n\n\n(Gef&uuml;hls)Ausbruch m: agony of joy Freudenausbruch ##Muret-Sanders##\n\n\n\n\n\nagony n (a) Qual f; (mental also) Leid nt. that&rsquo;s ~ das ist eine Qual; it&rsquo;s ~ doing that es ist eine Qual, das zu tun; to be in ~ Schmerzen or Qualen leiden; in an ~ of indecision\/ suspense etc in qualvoller Unentschlossenheit\/Ungewi&szlig;heit etc; to go through or suffer agonies Qualen ausstehen. (b) (death ~) Todeskampf m, Agonie f; (of Christ) Todesangst f. put him out of his ~ (lit) mach seiner Qual ein Ende; (fig) nun spann ihn doch nicht l&auml;nger auf die Folter. ((Collins Englisch-Deutsch, 1991\">3<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls Ihnen das alles zu langwierig und aufw\u00e4ndig scheint, denken Sie erst gar nicht dran, diesen Beruf zu ergreifen. Sie m\u00fcsssen sich praktisch jedes Wort, jede Wendung aus einer Fremdsprache erarbeiten, egal welcher Methode Sie sich bedienen. Und falls Sie einer von denen sind, die \u00dcbersetzungen aus dem Handgelenk kritisieren oder gar redigieren, vielleicht bekommen Sie ja etwas mehr Respekt vor dem \u00dcbersetzerberuf \u2013 und Ihrem eigenen, wenn wir schon dabei sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der n\u00e4chsten Folge sehen wir uns weitere L\u00f6sungen aus der Praxis an. Hier kommt dann wieder unsere Sammlung von \u00dcbersetzungen zum Zug\u2026 Da hier wieder mal meine Begeisterung mit mir durchzugehen scheint, wird das viel zu lang. Also finden Sie die Fortsetzung <a href=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/2023-10-10\/in-an-agony-of-von-den-agonien-uebersetzerischer-fortbildung-2\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/2023-10-10\/in-an-agony-of-von-den-agonien-uebersetzerischer-fortbildung-2\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_3195\" class=\"footnote\">Wikipedia.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_3195\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_3195\" class=\"footnote\">\u2026 und all die Arbeit, die ich mir hier mache, zur traurigen Sinnlosigkeit verdammt.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_3195\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_3_3195\" class=\"footnote\"><strong><em>Duden \u2013 Das gro\u00dfe W\u00f6rterbuch der deutschen Sprac<\/em>he<\/strong>##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wobei f\u00fcr \u00bb<strong>an agony of fear<\/strong>\u00ab alleine die \u00bb<strong>Todesangst<\/strong>\u00ab durchaus die gegebene L\u00f6sung w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbIn spite of the agony of fear there was a note of triumph in India\u2019s voice.\u00ab ##Mitchell, Margaret, Gone With the Wind## <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> \u00bbTrotz der Todesangst klang es wie Triumph in Indias Stimme.\u00ab ##Mitchell, Margaret, Vom Winde verweht. dt. von Martin Beheim-Schwarzbach##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Fall allerdings scheint der Kollege auf den falschen Freund hereinzufallen und \u00bbagony\u00ab alleine schon f\u00fcr \u00bbTodesangst\u00ab zu halten. Er schiebt die \u00bbFurcht\u00ab deshalb \u00fcberfl\u00fcssigerweise nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbFor it is beyond doubt he now recognised himself for lost, and had some taste of the cold agony of fear; or he had never attempted the foul stroke.\u00ab ##Robert Louis Stevenson, The Master of Ballantrae## <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDenn es besteht kein Zweifel, da\u00df er sich jetzt f\u00fcr verloren hielt und einen Vorgeschmack von Furcht und Todesangst empfand, sonst h\u00e4tte er den faulen Hieb nie versucht.\u00ab ##Robert Louis Stevenson, Der Junker von Ballantrae##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber werfen wir doch erst einmal einen Blick in das eine oder andere zweisprachige W\u00f6rterbuch. Hier l\u00e4sst sich eine Entwicklung feststellen, die dort beginnt, wo sie bei denen endet, die heute lediglich mit dem Fremdw\u00f6rter-Duden operieren. So finden sich bei <strong>Bailey &amp; Fahrenkr\u00fcger<\/strong> in ihrem <strong><em>Englisch-Deutschen W\u00f6rterbuch<\/em><\/strong> von 1801 folgende Eintr\u00e4ge:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">to Agonise \u2026 agoniser, mit dem Tode ringen, seelzagen.<br>Agony \u2026 agonie, der Todeskampf, die Seelenangst. in the last Agonies, in letzten Z\u00fcgen<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fl\u00fcgel von 1841 finden wir entsprechend:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>To AGONIZE<\/strong>, v. I. n. den gr\u00f6\u00dfen Schmerz empfinden; II. a. mit gro\u00dfen Schmerzen behaften.<br><strong>AGONIZINGLY,<\/strong> adv. peinlichst.<br><strong>AGONY<\/strong>, s. 1. der Todeskampf; 2. der gr\u00f6\u00dfte Schmerz; die Seelenangst; in the last agonies, in letzten Z\u00fcgen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Eintrag von 1891 reflektiert schlie\u00dflich den erstaunlichen Sprung, den dieses vorz\u00fcgliche W\u00f6rterbuch in diesen vierzig Jahren gemacht hat:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>To Agonise<\/strong>, v. I. intr. (urspr. im Kampfspiel) k\u00e4mpfen, dann mit dem Tode ringen, im Todeskampfe liegen; t\u00f6dtliche od. \u00e4u\u00dferst heftiger Schmerzen od. Pein empfinden, sich vor Schmerz winden; II. tr. mit gro\u00dfen Schmerzen plagen, qu\u00e4len, martern, peinigen. \u2013 Agonising, 1. p.a. peinlich, schmerzlich; II. \u2013 ly, adv. (nach Todd [1818] erst neuerer zeit gebildet) auf die peinvollste Art, peinlichst.<br>Agony, s. (vom grch. agonia, der [Wett]Kampf) 1) der \u00e4u\u00dferste mit k\u00f6rperlicher Anstrengung verbundene Schmerz, die ein Ringen od. krampfhaftes Winden des K\u00f6rpers verursachende Pein, Qual, bes. das Ringen zwischen Leben u. Tod, der Todeskampf; dying agonies, Todesqualen; in the last agonies, im Todeskampfe, in den letzten Z\u00fcgen; 2) fig. (mental \u2013) die Seelenqual, Seelenangst, das Seelenleiden; 3) Theol. die Agonie, Kampf Christi mit dem Todesgedanken in Gethsemane (Matth. 26, 37, &amp;c.); \u2013 of love (Milt.), die Liebespein; in agonies of sorrow (Lady Mont. 113), im gr\u00f6\u00dften Seelenschmerz; a dreadful noise \u2026, which did not fail to throw me into an \u2013 of consternation (Smoll. bei Str.), welches mich sofort in die furchtbarste Best\u00fcrzung versetzte; as the question he burst into an \u2013 of tears (Irv. Sk. 20), bei dieser Frage brach er in einen Strom der bittersten Thr\u00e4nen aus (Kingsl. Two Years ago 2, 384: she burst into an \u2013 of tears un sonst oft); an of heat, an \u2013 of cold (Dick.), die peinlichste Hitze, K\u00e4lte; agonies of laughter (Mrs. Oliph. Mortim 188), krampfhaftes Gel\u00e4chter. ## Felix Fl\u00fcgel, U Universal English-German and German-English Dictionary, 4. ed. First Part: English and German Vol. I: A-K. Braunschweig: 1891.##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier sp\u00e4testens finden wir die Werkzeuge, die vern\u00fcnftige Ans\u00e4tze f\u00fcr die \u00dcbersetzung von \u00bbin an agony of\u00ab bieten. In der Ausgabe von 1901 wird das Ganze etwas \u00fcbersichtlicher:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>to agonize<\/strong>, I. t. t\u00f6dlich qu\u00e4len. II. i. Todesqual empfinden, sich qu\u00e4len.<br><strong>agonizingly<\/strong>, adv. h\u00f6chst peinlich, qualvoll.<br><strong>agony<\/strong>, 1. der Todeskampf; der \u00e4u\u00dferste Schmerz, die Pein, Qual; in the last agonies, in den letzten Z\u00fcgen; 2. (mental ~y) die Seelenqual; * ~y of love, die Liebespein; ~ies of sorrow, gr\u00f6\u00dfter Seelenschmerz; ~y of tears, Strom v. Thr\u00e4nen; ~y of heat (cold), die f\u00fcrchterlichste Hitze (k\u00e4lte).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>in an agony of <\/strong>indecision\/anticipation (fig.) in qualvoller Unentschlossenheit\/Erwartung ##Oxford\/Duden##<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>be in an agony<\/strong> (oder in agonies) of doubt (remorse) von Zweifeln (Gewissensbissen) gequ\u00e4lt werden ##Muret-Sanders##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Gef\u00fchls)Ausbruch<\/strong> m: agony of joy Freudenausbruch ##Muret-Sanders##<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>agony<\/strong> n (a) Qual f; (mental also) Leid nt. that\u2019s ~ das ist eine Qual; it\u2019s ~ doing that es ist eine Qual, das zu tun; to be in ~ Schmerzen or Qualen leiden; in an ~ of indecision\/ suspense etc in qualvoller Unentschlossenheit\/Ungewi\u00dfheit etc; to go through or suffer agonies Qualen ausstehen. (b) (death ~) Todeskampf m, Agonie f; (of Christ) Todesangst f. put him out of his ~ (lit) mach seiner Qual ein Ende; (fig) nun spann ihn doch nicht l\u00e4nger auf die Folter. ((Collins Englisch-Deutsch, 1991<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_3_3195\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sieht eigentlich die Fortbildung eines \u00dcbersetzers aus? Vom ersten Augenblick an, in dem mir vor nunmehr viel zu vielen Jahren \u00fcber meinem Edgar Allan Poe der Gedanke kam, \u00dcbersetzen sei der Beruf f\u00fcr mich, habe ich mich gefragt, wie man das wohl lernen k\u00f6nnte. 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