{"id":3188,"date":"2024-05-25T08:52:56","date_gmt":"2024-05-25T08:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/?page_id=3188"},"modified":"2024-05-25T08:52:57","modified_gmt":"2024-05-25T08:52:57","slug":"bob-dylan-american-troubadour","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/bob-dylan-american-troubadour\/","title":{"rendered":"Bob Dylan \u2013 American Troubadour"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als den amerikanischsten aller amerikanischen Singer-Songwriter pr\u00e4sentiert uns ein faszinierendes neues Buch den Singer-Songwriter Bob Dylan. Sean Wilentz&#8217; Analyse von k\u00fcnstlerischen Wurzeln und Werdegang des nimmerm\u00fcden Troubadours n\u00e4selnd vernuschelter Heiserkeit weist diesen als einen K\u00fcnstler aus, der sich die Tradition amerikanischer Musik in einem Ma\u00dfe einverleibt, das ihm des \u00d6fteren den Vorwurf des Plagiats eingebracht hat. Und das schon lange bevor ruchbar wurde, dass Journalisten sich nicht nur News aus den Fingern saugen, sondern ganze Artikel abkupfern, oder Doktoranden es mit den Anf\u00fchrungszeichen nicht so genau nehmen, wie man das gemeinhin erwarten w\u00fcrde, wenn&#8217;s ums Zitieren geht. Wer sich die M\u00fche macht, diese komplexe Abhandlung \u00fcber Dylan durchzuackern, wird mit einigen Einsichten in das Werk des Mannes belohnt, die uns die zahllosen Biographien bislang nur unzureichend haben vermitteln k\u00f6nnen. Und er wird verstehen, was es mit Dylans Anleihen \u2013 nicht nur \u2013 bei der amerikanischen Kunst auf sich hat &#8230;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/SeaWil162.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"162\" height=\"226\" src=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/SeaWil162.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-729\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorab: <strong>Reclam<\/strong> ist da ganz sch\u00f6n mutig. Der altehrw\u00fcrdige Verlag wird n\u00e4mlich ganz sicher nichts verdienen mit diesem Buch. Schon weil es ein <strong>musikhistorischer Essay<\/strong> und damit viel zu komplex ist. Da ist die Konkurrenz im Dickicht der eher popul\u00e4r gehaltenen Dylan-Titel, die in \u00dcbersetzung vorliegen, viel zu gro\u00df. Und ich sage das, obwohl ich den <strong>Wilentz<\/strong> \u00fcbersetzt habe. Das hei\u00dft, ich w\u00fcrde dem Titel liebend gern viele Leser w\u00fcnschen. Nicht etwa weil ich noch einen Nachschlag bek\u00e4me, mitnichten, sondern weil mir die Lekt\u00fcre als altem Dylan-Fan viel gebracht hat. Ich meine damit, wirklich weitergeholfen hat in meiner Begeisterung f\u00fcr den Mann. W\u00e4re sch\u00f6n, wenn das auch anderen so ginge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was mich interessiert, hat seit jeher sonst keinen interessiert. Also nehme ich beispielhalber f\u00fcr all die interessanten Themen in diesem Titel den ollen <strong>Vorwurf des Plagiats<\/strong>. Hiermit r\u00e4umt das Buch n\u00e4mlich gr\u00fcndlich auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir stellvertretend f\u00fcr alle diese Vorw\u00fcrfe den von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joni_Mitchell\" target=\"_blank\"><strong>Joni Mitchell<\/strong><\/a>: \u00bbBob ist \u00fcberhaupt nicht authentisch. Er ist ein Plagiator und sein Name ist so falsch wie seine Stimme. Alles an Bob ist T\u00e4uschung.\u00ab Und schiebt nach: \u00bbWir sind wie Tag und Nacht, er und ich.\u00ab ##<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.independent.co.uk\/arts-entertainment\/music\/news\/joni-mitchell-accuses-bob-dylan-of-plagiarism-1952970.html\" target=\"_blank\"><em>Independant<\/em><\/a>, Saturday, 24 April 2010: \u00bbBob is not authentic at all,\u00ab she said. \u00bbHe&#8217;s a plagiarist and his name and voice are fake. Everything about Bob is a deception. We are like night and day, he and I.\u00ab##<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungeachtet des Umstands, dass die grantige alte <strong>Grande Dame des Folk<\/strong> an keinem ihrer Kollegen ein gutes Haar l\u00e4sst &amp; offenbar an einer eingebildeten Krankheit leidet, sie ist mit dem Vorwurf nat\u00fcrlich nicht allein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dylan selbst hat den Vorwurf, gerade in j\u00fcngster Zeit, immer wieder gemervt von sich gewiesen. Das mag den meisten gen\u00fcgen. Aber <strong>Wilentz<\/strong> schafft es, aus einer ganz pers\u00f6nlichen Perspektive heraus, Dylan in die Tradition \u2013 nicht nur \u2013 amerikanischer Musik und Kultur zu stellen. Das muss man gelesen haben. Das sind nicht nur einige Argumente oder Dementis. Da tut sich eine Welt auf, deren nicht wegzudenkender Bestandteil <strong>Bob Dylan<\/strong> seit nunmehr sechzig Jahren ist. Da ist viel Interessantes zu lesen \u00fcber die Linke der 30er-Jahre, die die Szene im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greenwich_Village\" target=\"_blank\"><strong>Greenwich Village<\/strong><\/a> gepr\u00e4gt hatte, in der das Landei Bob Dylan Anfang der Sixities kommt. Da ist die Rede von alten Traditionen wie den <strong>Black Face-Minstrels<\/strong> aus dem 19. Jahrhundert, die Dylan bewussst studiert hat, zitiert, bis hin zu der wei\u00dfen Schminke w\u00e4hrend der Rolling Thunder-Tour, die denn auch noch <strong>Marcel Carn\u00e9s<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kinder_des_Olymp\" target=\"_blank\"><em><strong>Kinder des Olymp<\/strong><\/em><\/a> mit ins Spiel bringt und damit eine weitere Dimension. Da ist die Rede von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aaron_Copland\" target=\"_blank\"><strong>Aaron Copland<\/strong><\/a>, von Blues, von Folkmusik, vom B\u00fcrgerkrieg und \u00fcberhaupt von amerikanischer Geschichte, die diesen Songwriter gepr\u00e4gt haben, auf die er sich bewusst bezieht. Keiner anderer hat soviel amerikanische Kultur in sich aufgesogen, verarbeitet zitiert wie <strong>Bob Dylan<\/strong>. Aber das einfach zu wissen und zu sagen, ist irgendwie d\u00fcnn. Nach der Lekt\u00fcre von <strong>Sean Wilentz<\/strong>&#8216; <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-admin\/Bob Dylan und Amerika\" target=\"_blank\"><em><strong>Dylan in Amerika<\/strong><\/em><\/a> steckt man da mitten drin. Man meint den Plagiatsvorwurf noch nicht mal mehr entkr\u00e4ften zu m\u00fcssen, so ges\u00e4ttigt ist man von dem Wissen, dass er Krampf ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist eine Schwarte f\u00fcr den harten Kern der Dylan-Fans, sicher, aber wer immer zwei, drei Titel \u00fcber his Bobness daheim stehen hat, der sollte am Wilentz nicht vorbeigehen. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h5>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0049KWA82?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.slangtimes.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/bdl-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5390\" title=\"bdl\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0001M0KES?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.slangtimes.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/bob-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5391\" title=\"bob\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0001M0KE8?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;\" rel=\"attachment wp-att-658\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/blood0_1.jpg\" alt=\"blood0_\" class=\"wp-image-658\" srcset=\"https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/blood0_1.jpg 300w, https:\/\/www.slangtimes.com\/bernhardschmid\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/blood0_1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B004AKGBIG?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.slangtimes.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/tts-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5392\" title=\"tts\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als den amerikanischsten aller amerikanischen Singer-Songwriter pr\u00e4sentiert uns ein faszinierendes neues Buch den Singer-Songwriter Bob Dylan. 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